Besichtigung Aggerverband – Wasserwerk Auchel

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Besichtigung Aggerverband – Wasserwerk Auchel

Besichtigung des Aggerverbandes – Wasserwerk Auchel: Wichtige Erkenntnisse für die Teilnehmer

Der Vorsitzende des Betriebsausschusses Wasserwerk, Wolfgang Lenz (AfD), hatte gemeinsam mit Thorsten Peter Falk (ständiger Vertreter des Vorstands des Aggerverbandes) einen Besichtigungstermin beim Aggerverband – Wasserwerk Auchel – organisiert. Dazu waren die Mitglieder des Betriebsausschusses sowie weitere Ratsmitglieder eingeladen.

Teilgenommen haben Vertreter von AfD, CDU/FDP und UWG (Jens-Holger Pütz, Sven Oliver Rüsche). Die Fraktionen von SPD, Grünen und FWGB haben die Teilnahme wohl verweigert – mutmaßlich, weil die Einladung vom AfD-Ausschussvorsitzenden ausging.

Ein solcher Fachtermin sollte für Ausschussmitglieder eigentlich selbstverständlich und im Interesse der Bürger Pflicht sein. Die Besichtigung hat wichtige neue Erkenntnisse und aktuelle Informationen zur Wasserversorgung und den Aufgaben des Verbandes geliefert – Informationen, die unmittelbar dem Einsatz für die Bürger dienen und in die politische Arbeit einfließen sollten.

Die Teilnehmer haben sich durch viele interessante Fragen eingebracht. Der interessante Vortrag von Thorsten Peter Falk über die Geschichte des Aggerverbandes und die engagierte Betriebsführung durch die technischen Anlagen durch Frau Weber waren höchst interessant. Diese Veranstaltung muss zum Pflichtprogramm für jeden Wasserwerkausschuss werden.

Der Aggerverband und das Wasserwerk Auchel

Der Aggerverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Gummersbach und wurde am 12. Dezember 1923 ursprünglich als Aggertalsperrengenossenschaft gegründet. Als sondergesetzlicher Wasserwirtschaftsverband in Nordrhein-Westfalen übernimmt er wichtige Aufgaben im Bereich der regionalen Wasserwirtschaft.

Sein Verbandsgebiet umfasst rund 1.100 km² und erstreckt sich hauptsächlich über den Oberbergischen Kreis sowie Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Rheinisch-Bergischen Kreises, des Märkischen Kreises und des Landkreises Altenkirchen in Rheinland-Pfalz. Zu den zentralen Aufgaben des Verbandes gehören die Trinkwassergewinnung und -aufbereitung, die Abwasserreinigung, der Hochwasserschutz sowie die Unterhaltung und naturnahe Entwicklung von Fließgewässern.

Hierzu betreibt der Aggerverband rund 30 Kläranlagen und betreut etwa 3.000 Kilometer Fließgewässer, darunter die Agger, die Wiehl, die Sülz, die Bröl und die Wisser. Insgesamt beschäftigt der Verband rund 400 Mitarbeiter und beliefert mehr als 20 Versorgungsunternehmen mit Trinkwasser.

Ein wesentlicher Bestandteil der Trinkwasserversorgung ist das Wasserwerk Auchel in Reichshof-Brüchermühle im Oberbergischen Kreis. Die Anlage befindet sich unmittelbar am Dammfuß der Wiehltalsperre in der Talsperrenstraße 17. Die Wiehltalsperre wurde zwischen 1967 und 1973 errichtet, um die regionale Wasserversorgung sicherzustellen.

Mit dem Bau der Talsperre mussten elf Dörfer weichen, an die heute unter anderem der Name des Wasserwerks Auchel erinnert. Nachdem sich die Talsperre gefüllt hatte, nahm das Wasserwerk im September 1975 seinen Betrieb auf. Im Jahr 2025 konnte die Anlage somit auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken.

Gemeinsam mit dem Wasserwerk Erlenhagen an der Genkeltalsperre bildet Auchel eine wichtige Grundlage für die Trinkwasserversorgung des Verbandsgebiets. Beide Wasserwerke bereiten jährlich rund 22 bis 25 Millionen Kubikmeter Trinkwasser auf und versorgen damit etwa 435.000 bis 500.000 Menschen. Dabei entfällt ungefähr zwei Drittel der gesamten Trinkwasserproduktion auf das Wasserwerk Auchel. Das aufbereitete Wasser wird über Pumpwerke, 45 Hochbehälter und rund 218 Kilometer Fernwasserleitungen an die angeschlossenen Versorgungsunternehmen weitergeleitet.

Die Trinkwasseraufbereitung beginnt mit der Entnahme des Rohwassers aus der Wiehltalsperre. Hierfür wird ein Entnahmeturm genutzt, über den Wasser aus bis zu sechs unterschiedlichen Tiefen gewonnen werden kann. Das Rohwasser gelangt unter natürlichem Druck von etwa fünf bar über zwei Rohrleitungen zum Wasserwerk. Dabei wird die Strömungsenergie mithilfe von zwei Turbinen mit einer Leistung von bis zu 250 kW zur Stromerzeugung genutzt.

Im Wasserwerk durchläuft das Rohwasser mehrere Aufbereitungsstufen, bevor es als Trinkwasser in das Versorgungsnetz eingespeist wird. Zunächst erfolgt eine UV-Vorbehandlung zur Reduzierung von Keimen. Anschließend werden Kohlendioxid und Kalkmilch zugegeben, um die Wasserhärte leicht zu erhöhen und dadurch die Korrosion in den Leitungen zu verringern. Im nächsten Schritt wird Eisen(III)chlorid zur Flockung eingesetzt. Dabei verbinden sich feine Schwebstoffe zu größeren Flocken, die anschließend in Schrägplattenklärern und Reaktoren abgetrennt werden.

Darauf folgt eine zweistufige Sandfiltration mit insgesamt 16 Filterbecken und einer Filterfläche von rund 480 m². Die zweite Filterstufe dient als zusätzlicher Sicherheitsfilter, auch als „Polizeifilter“ bezeichnet. Abschließend wird das Wasser durch die Zugabe von Chlor desinfiziert. Diese sogenannte Depotchlorung gewährleistet einen ausreichenden Schutz vor Verkeimung auf dem Weg durch das weit verzweigte Verteilnetz.

Neben der Trinkwasseraufbereitung beherbergt das Wasserwerk Auchel auch die zentrale Wasserleitstelle des Aggerverbands. Diese ist rund um die Uhr besetzt und überwacht mehr als 1.000 Anlagen aus den Bereichen Trinkwasser, Brauchwasser und Abwasser. Dadurch können die Betriebsabläufe kontinuierlich kontrolliert und mögliche Störungen frühzeitig erkannt werden.

Das Wasserwerk Auchel stellt somit einen unverzichtbaren Bestandteil der regionalen Wasserwirtschaft dar. Durch moderne Aufbereitungsverfahren, die Nutzung der natürlichen Wasserkraft und die kontinuierliche Überwachung der Anlagen trägt es wesentlich dazu bei, die Bevölkerung im Bergischen Land und in den angrenzenden Regionen zuverlässig mit hochwertigem Trinkwasser zu versorgen.

Zusammen mit den weiteren Aufgaben des Aggerverbands leistet es einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser sowie zum Schutz und zur Entwicklung der regionalen Gewässer.

 

Weitere Informationen: http://www.aggerverband.de

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