Demokratie predigen, Respekt verweigern? – Ein fragwürdiges Signal im Bergneustädter Ausschuss

Demokratie endet nicht bei der eigenen politischen Gesinnung
Heute im Betriebsausschuss Wasserwerk in Bergneustadt konnte man eine Szene erleben, die ich persönlich für ausgesprochen befremdlich halte: Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Lenz (AfD) wollte u.a. den sachkundigen Bürger Jonas Steppat (SPD) per Handschlag begrüßen. Herr Steppat erwiderte diesen nicht.
Wenn ein solcher Umgang tatsächlich deshalb erfolgt, weil jemand der AfD angehört, dann ist das für mich kein Zeichen von Toleranz, Respekt oder gelebter demokratischer Kultur.
Man muss die AfD nicht mögen. Man muss Wolfgang Lenz politisch nicht zustimmen. Man muss seine Positionen nicht teilen. Aber Demokratie bedeutet auch, politische Gegner als Menschen und demokratisch legitimierte Mitwirkende zu respektieren.
Ein verweigerter Handschlag mag auf den ersten Blick nur eine Kleinigkeit sein. In einem politischen Gremium kann eine solche demonstrative Geste jedoch durchaus eine politische Botschaft vermitteln. Und genau diese Botschaft halte ich für falsch.
Wer regelmäßig, wie die SPD, von Demokratie, Vielfalt, Toleranz und respektvollem Miteinander spricht, sollte diese Werte gerade dann unter Beweis stellen, wenn einem die politische Haltung des Gegenübers nicht gefällt.
Politische Auseinandersetzung darf hart sein. Kritik darf deutlich sein. Widerspruch ist selbstverständlich erlaubt. Aber persönliche Missachtung ist für mich keine demokratische Tugend.
Ich erwarte von allen Fraktionen – unabhängig von Parteifarbe und politischer Richtung – Anstand, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, demokratische Spielregeln auch im persönlichen Umgang zu leben.
Demokratie bedeutet nicht: Respekt nur vor denen, die genauso denken wie ich. Demokratie bedeutet, auch mit dem politischen Gegner respektvoll umgehen zu können.
7 Kommentare
Erst Bettina Thauer, nun Jonas Steppat. Das waren scheinbar damals die Kinder, die kein anderes Kind in seinem Sandkasten haben wollte. Geistig sind diese Personen leider immer noch im KINDERGARTEN!
Ja, lieber Friedhelm Julius Beucher. Das ist aus Deiner SPD Bergneustadt geworden …
Erinnern sie sich nicht an den Japan Skandal vor ca. 30 Jahren?Da flog diese SPD nach Japan um sich zu „informieren“.Ja,klar!Das war selbst dem GEZ TV zu dumm,ich erinnere mich noch.Es wurden Leute befragt die mit dem Thema(es ging um Sport)zu tun hatten und die sagten das sie alles wüssten und man dafür nicht nach Japan fliegen muss.
Demokratie predigen, aber einen einfachen Gruß nicht erwidern – das ist schon eine bemerkenswerte Form von „gelebter Demokratie“. Ein Gruß zu erwidern hat aus meiner Sicht mit Respekt und Anstand zu tun.
Wenn politische Parteizugehörigkeit offenbar schon für Funkstille reicht, hat das mit demokratischer Kultur wenig zu tun sondern eher mit politischem Kindergarten.
Ich bin konservativ und lehne linke Politik ab. Trotzdem käme ich nie auf die Idee, nicht mit Andersdenkenden zu sprechen oder ihnen das Recht auf ihre politische Meinung abzusprechen.
Demokratie bedeutet eben nicht: „Ich rede nur mit denen, die meiner Meinung sind.“ Demokratie bedeutet, auch den politischen Gegner auszuhalten. Alles andere ist Kindergartenniveau.
Ja, die große Politik macht es ja vor…
schade, dass man da im Kleinen nicht wenigstens zusammen spricht und sich an einen Tisch setzen kann…
Sehe ich auch so. Es geht auf der kommunalen Ebene um die Bürger unserer Stadt und unsere Stadt. Da sollte man mit jedem sprechen, egal ob LINKS oder RECHTS. Diese Größe hat leider nicht jeder.
Und unsere oberbergische Lückenpresse hat zu meiner Ansage an die SPD Fraktion im letzten Stadtrat keine Silbe geschrieben. Genau wie beim Datenschutz Thema im Februar. Diese Feiglinge! Früher war es die vierte Säule im Staat. Heute nur noch „Hofberichterstatter“ !
Da hast Du vollkommen recht. Gerade zwei so wichtige Themen finden keine Berücksichtigung bei der Berichterstattung. Das ist in keiner Weise nachvollziehbar. Zum einen ist das Thema „Datenschutz und Datensicherheit“ für alle Bürger überaus wichtig und zum anderen ist auch das Thema „Respekt und Anstand“ ein wichtiges Thema bzgl. des Umgangs miteinander. Beides hätte berichtet werden müssen.