725 Jahre Bergneustadt: Ein Auftritt voller Spaltung statt Würde — Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU ) sorgt für Kopfschütteln im Festzelt

Beim Stadtjubiläum „725 Jahre Bergneustadt“ hätte eigentlich die Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen sollen: Menschen verschiedener Meinungen, Generationen und Hintergründe feiern gemeinsam ihre Stadtgeschichte. Umso befremdlicher war der Auftritt von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU).
Wer öffentlich ständig von Demokratie, Respekt und gesellschaftlichem Zusammenhalt spricht, sollte gerade auf einer solchen Veranstaltung verbindend auftreten — nicht polarisierend. Viele Besucher empfanden die Aussagen und den Tonfall als unangemessen und unnötig provokant.
Dass einige geladene Gäste daraufhin sogar das Zelt verließen, zeigt deutlich, wie angespannt die Stimmung wahrgenommen wurde.
Demokratie lebt vom offenen Austausch und vom respektvollen Umgang miteinander — auch bei unterschiedlichen politischen Ansichten.
Ein Stadtgeburtstag ist kein Ort für parteipolitische Selbstdarstellung oder spaltende Botschaften, sondern für Bürgernähe, Würde und gegenseitigen Respekt. Genau das haben bei diesem Festakt viele vermisst.
Der Auftritt wirkte auf zahlreiche Anwesende enttäuschend, wenig souverän und dem Anlass nicht angemessen. Statt Menschen zusammenzubringen, entstand der Eindruck weiterer gesellschaftlicher Spaltung. Für ein Jubiläum, das eigentlich verbinden sollte, war das ein unterirdisches Signal.
Helmut Kohl (CDU) und Franz Josef Strauß (CSU) hätten sich im Grabe herumgedreht, wenn sie das mitbekommen hätten.
Aus meiner Sicht und der Sicht vieler anderer gehört sich ein sollch parteipolitischer Auftritt auf einem Stadtgeburtstag nicht. Die CDU braucht sich über einen Mitgliederschwund und schlechte Wahlergebnisse nicht zu wundern.
Die stellvertretende Landrätin des Oberbergischen Kreises Heidrun Schmeis-Noack (SPD) möchte ich lobend erwähnen, da sie richtigerweise nur die herzlichsten Glückwünsche zum Stadtgeburtstag übermittelte.
Menschen wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen. Schämen sie sich, Herr Wüst.
Euer Lokalpatriot Jens-Holger Pütz
2 Kommentare
Wüst hätte auch zu Hause bleiben können. Ein kleiner Scheck zur Stadtentschuldung als Geburtstagsgeschenk wäre sinnvoller gewesen. So bleibt nur seine Spaltungsrede in Erinnerung.
An dieser Stelle noch ein paar lobende Worte für unseren Bürgermeister (habe ich ihm gestern schon persönlich übermittelt). Matthias Thul hatte einen großartigen Job gemacht. Er hatte unsere Stadt perfekt bei den anderen Neustädten präsentiert. Auch die anderen CDU Stadtratsmitglieder haben sich gestern als ehrenwerte Geburtstagsgäste präsentiert. Wir hatten gute Gespräche.
Und die Sozen? LOL peinliche Distanz, wie immer! Da ist Hopfen und Malz verloren. Ihre Ideologie ist krank und schädlich für das Zusammenleben in unserer Stadt!
Stimmt. Auch aus meiner Sicht hätte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU ) auf den Besuch verzichten können. Seine Rede wurde von einigen Zuhörern als stark spaltend wahrgenommen. Er sprach von Demokratie und schloss im gleichen Atemzug so einige Bürger aus. Das gehört sich auf einem Stadtgeburtstag nicht.
Positiv hervorheben möchte ich dagegen Bürgermeister Matthias Thul. Er hat die Stadt Bergneustadt gegenüber den anderen Neustädten und den eingeladenen Gästen engagiert und sympathisch vertreten. Auch hatten wir gute und angenehme Gespräche mit den CDU-Ratsmitgliedern.
Sehr distanziert empfand ich hingegen die Atmosphäre mit Vertretern der SPD. Trotz der räumlichen Nähe kam kein Austausch zustande. Schade eigentlich, denn ein konstruktiver und respektvoller Dialog unterschiedlicher politischer Auffassungen wäre aus meiner Sicht wichtig für das gute Zusammenleben in unserer Stadt.