Feuer nur von Gleichgesinnten und Aufzug nur für Gleichgesinnte: Exklusive Einblicke in gelebte Abgrenzung

Achtung Satire: Im Vorfeld der heutigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses kam es im Empfangsbereich der Verwaltung zu einer Reihe bemerkenswerter Demonstrationen gelebter politischer Differenzkultur – oder, je nach Blickwinkel, zu einem praxisnahen Seminar in angewandter zwischenmenschlicher Distanzierung.
Im Zentrum der Ereignisse: ein Feuerzeug, das es nie zur politischen Einigung schaffte. Nachdem Frau Thauer (SPD) den verständlichen Wunsch äußerte, unter freiem Himmel nikotinpolitische Entspannung zu suchen, scheiterte das Vorhaben zunächst an der feuerzeugtechnischen Unterversorgung der Verwaltung.
In einem seltenen Moment parteiübergreifender Hilfsbereitschaft bot daraufhin Herr Lenz (AfD) Unterstützung an – ein Angebot, das jedoch mit der klaren Botschaft zurückgewiesen wurde, man nehme „von ihm nichts an“. Damit wurde nicht nur das Feuer, sondern gleich das gesamte Prinzip der niedrigschwelligen Kooperation erfolgreich gelöscht.
Doch die Ereignisse nahmen weiter Fahrt auf – diesmal vertikal. Im Aufzug, jenem symbolträchtigen Ort für gemeinschaftlichen Aufstieg, wurde Frau Thauer von der Verwaltungsmitarbeiterin gebeten, einen weiteren Mandatsträger mitzunehmen. Nach kurzer Klärung, dass es sich um Herrn Pütz (UWG) handelte, entschied sie sich konsequent gegen diese Form der Mitfahrgelegenheit. Der Aufzug wurde damit zur exklusiven Ein-Personen-Demokratiezone erklärt – Zutritt nur nach politischer Kompatibilitätsprüfung.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines fein austarierten Systems selektiver Interaktion, das konsequent darauf ausgerichtet ist, jegliche zufällige Form der Kooperation im Keim zu ersticken. Während politische Differenzen gemeinhin als Motor demokratischer Auseinandersetzung gelten, zeigt der vorliegende Fall eindrucksvoll, dass sie auch als praktisches Navigationssystem im Alltag genutzt werden können – etwa zur Vermeidung gemeinsamer Aufzugsfahrten oder spontaner Feuerzeug-Allianzen.
Das Verhalten ist geeignet, das Ansehen des Gremiums in eine neue, bisher wenig beachtete Richtung zu entwickeln: weg von der kollegialen Zusammenarbeit, hin zu einer konsequent individualisierten Auslegung des Mandats – frei nach dem Motto: Zusammenarbeit ja, aber bitte ohne direkten Kontakt.
Man darf gespannt sein, ob sich dieses Modell künftig auch auf andere Bereiche übertragen lässt – etwa auf Abstimmungen, bei denen man vorsorglich nur noch mit sich selbst übereinstimmt.
4 Kommentare
Wenn es nicht so lustig wäre…
ist’s ne traurige Angelegenheit. Aber ich kann da nur drüber lachen, einsame Frau Thauer…
Da gebe ich Dir Recht. Ich musste diese Vorfälle einfach einem größeren Publikum bekanntmachen und hab dies in der satirischen Art gemacht, aber im Grunde genommen ist dieses Verhalten in keiner Weise nachzuvollziehen.
Kauft nicht meim J….. in einer neuen Lesart. Zum Glück sind nicht alle SPD Lokalpolitiker so dumm und arrogant. Aber leider Viele!
Ich wünsche ihr nicht, dass sie mal in einem schweren Verkehrsunfall verwickelt ist, wo weit und breit nur ein „Nazi“ den Notruf wählen kann. Immerhin ist bald jeder 3. Wähler ein „Nazi“. Und wenn die LüKo (Lügnerkoalition) in Berlin platzt, dann gehört bestimmt auch die CDU zum immer größer werdenden Nazikreis. Nur die Geisterfahrer von der SPD nicht… (Gibt es für Naziphobie eigentlich was von Ratiopharm?)
Sehr gut geschrieben und genau auf den Punkt. Solche Menschen sind nicht zu verstehen, da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Ob man politisch nun LINKS, MITTE, oder RECHTS verortet ist, gebietet es eigentlich die gute Kinderstube, dass man normal miteinander umgeht. Diese Kinderstube scheinen leider nicht alle genossen zu haben. Zu meinen Zeiten als Vorsitzender der Jungen Union Bergneustadt und stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Oberberg haben wir uns mit linken Organisationen getroffen und miteinander diskutiert und im Anschluss miteinander noch etwas getrunken. Wir sind menschlich miteinander umgegangen, dass scheint heute bei sehr vielen aus dem linken Parteienspektrum nicht mehr möglich zu sein. Leider.