#schützenfest2026: Statement des Vorsitzenden Jens-Holger Pütz zu den immer größer werdenden Auflagen für Vereine!!!

Liebe Gäste, liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder,
bevor wir zu den Krönungsfeierlichkeiten kommen, möchte ich noch ein paar Sätze zu den immer größer werdenden Auflagen für Schützenfeste und Brauchtumsveranstaltungen verlieren:
In den vergangenen Jahren wurden immer häufiger unschuldige Menschen Opfer von Amokfahrten und anderen schweren Gewalttaten. Die Folgen dieser Entwicklungen treffen inzwischen nicht nur die Bevölkerung, sondern auch zahlreiche Vereine und ehrenamtliche Veranstalter, die traditionelle Feste, Umzüge und Veranstaltungen organisieren.
Besonders besorgniserregend ist, dass sich die Situation gegenüber dem vergangenen Jahr nochmals deutlich verschärft hat. Die Anforderungen sind weiter gestiegen, jetzt müssen sogar Sicherheitskonzepte vorgelegt werden, während gleichzeitig die Unterstützung durch Behörden und Polizei immer weiter zurückgeht. Was früher selbstverständlich war – etwa die polizeiliche Begleitung von Festumzügen oder Veranstaltungen – wird heute aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht mehr generell bereitgestellt. Stattdessen werden Verantwortung, Organisation und Haftung auf die Vereine übertragen.
Die Folge sind enorme zusätzliche Belastungen. Sicherheitskonzepte kosten mittlerweile oft mehrere tausend Euro und sind für viele Vereine kaum noch oder gar nicht mehr finanzierbar. Hinzu kommen immer mehr bürokratische Vorschriften, Auflagen und organisatorische Hürden, die das ehrenamtliche Engagement massiv erschweren. Viele Vereine stoßen an ihre finanziellen und personellen Grenzen. Erste Veranstaltungen und traditionelle Feste wurden im letzten Jahr bereits abgesagt – eine Entwicklung, die äußerst alarmierend ist.
Traditionen, Brauchtum, das Vereinsleben und das gesellige Miteinander sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Sie stärken den Zusammenhalt vor Ort und werden überwiegend durch ehrenamtliches Engagement getragen. Wenn Vereine durch überzogene Auflagen, hohe Sicherheitskosten und fehlende Unterstützung zunehmend erstickt werden, droht ein erheblicher Verlust an gesellschaftlichem und kulturellem Leben.
Es braucht dringend praktikable Lösungen, mehr Unterstützung durch Politik und Behörden sowie eine Rückkehr zu Augenmaß und Verhältnismäßigkeit bei Sicherheitsauflagen. Ehrenamtliche Vereine dürfen mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Es ist höchste Zeit für den oft beschworenen gesunden Menschenverstand, der vielen abhanden gekommen ist.
Vielen Dank!!!
Euer Jens-Holger Pütz